Samstag, 4. Oktober 2008

A walk in the park

Heute morgen war ich im Museum. Nicht, daß Dortmund berühmt wäre für seine kulturellen Stätten, welcher Art auch immer. Aber wie haben ein Museum für Gegewartskunst in einem so tollen Gebäude daß ich allein darum schon halbwegs regelmäßig dort vorbei gehe, ganz egal was sie zeigen. Oftmals bekommt man merkwürdige Sachen zu sehen in den jeweiligen Wechselausstellungen, dann gehe ich nach oben in die Hausausstellung und gucke den einsamen (nicht sehr schönen) Picasso an, ein bißchen Beuys'schen Käse - so Sachen. Ich mach das auch oft unter der Woche und bin dann alleine da mit einem wilden Mob an Ausichtspersonal daß mir nachschleicht und sich laut wie ein Donnerschlag räuspert damit ich nicht vergesse, daß sie da sind und nicht auf dumme Gedanken komme. Auf die ich in der tat bei solchen Gelegenheiten regelmäßig komme, besonders bei Skulpturen weiß ich einfach, daß sie angefaßt werden möchten. Warum sollte jemand so viel Arbeit auf die Erzeugung einer glatte Oberfläche verwenden wenn der Betrachter sie dann nicht berühren darf. Ich weiß ja. All die Besucher und ihre fettigen, unvorsichtigen Pfoten die den Tod einer Oberfläche bedeuten können. Trotzdem juckt es mich, denn ich bin eine Anfasserin. Ich fasse Dinge an. Und ich bewerte vieles danach, wie es sich anfühlt. Selbst passabeles Essen kann verlieren wenn es eine doofe Konsistenz hat. Aber ich schweife ab. Interessant wird mein kleiner Museumsbericht jawohl erst dadurch daß ich folgendes vermelde: es war schön! Es gab Werke von Otto Piene. Den ich Banausin bis heute nicht kannte. Es gab mittelgute Bilder, eher nicht so gute Objekte/Skulpturen. Und Lichtobjekte! Wow. Die nannten das Lichtballette, und das passte ganz gut. In stockfinsteren Räumen aufgestellte Lichtquellen, die per Zeitschaltuhr aufleuchteten. Nacheinander oder zusammen. Egal. Sie machten mich geradezu glücklich. Es war sehr beruhigend und schön, wandernde Lichtpunkte, hoch- und runtergedimmtes Licht. Schwierig in gute Worte zu fassen, aber etwas, daß ich spontan für hier wollte. Für zu Hause, als etwas, daß meine Stimmung heben und mir ein gutes Gefühl beschaffen könnte. Ich bin tendenziell immer sehr skeptisch was jede Form von "medialer" oder auch nur elektrisch betriebener Kunst angeht. Ich mag keine Videos und keine Klangcollagen und meist keine rotierenden Maschienchen. Aber Licht funktionierte hervorragenden. Dieses Licht zumindest. Bildende Kunst hat ja vielleicht oft das Problem, den Rezipienten schwere auf der emotionalen Ebene zu erreichen. Ich finde vieles schön, teils wunderschön. Ich bin oft beeindruckt vom Können der Künstler. Aber die wenigsten Exponate berühren mich wirklich. Ich werde nicht traurig/glücklich/gerührt/ergriffen - na ja. Letzteres vielleicht schon bei manch monumentalem Bild-Werk. Aber - wie soll ich es formulieren? - bildende Kunst geht mir nicht so ans Herz, beeinflußt meine Stimmung und meine Gefühle nicht so. Meistens jedenfalls, denn wie immer gibt es Ausnahmen. Nicht nur bei dererlei Objektkunst wie der heute. Da aber besonders. Lichtstimmungen dringen wie Töne von Musik in mich ein. Darum fand ich die Betitelung "Ballett" auch ganz schön.
Ich lese den letzten Abschnitt und stelle mit Erschrecken fest, was für einen hahnebüchenen Unsinn ich da schwafele. Oder besser wie sehr das nach ebensolchem klingt. Denn eigentlich stimmt es ja, bloß erscheint die Übersetzung dessen was ich da empfand in Worte gar grauselig. Will ja nur sagen: ich war beeindruckt und schlage vor, sich das bei Gelegenheit mal vor Ort zu Gemüte zu führen. Mal sehen, ob man sich anschließend nicht auch in einer blumig albernen Schwafelstimmung wiederfindet....

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