Dienstag, 7. Oktober 2008
Worse Things Happen at Sea
Ich war Kaffe trinken mit meiner Freundin Andrea. Das war ernüchternd. Andrea ist die, die ihr Leben zumindest soweit im Griff hat, daß sie schuldenfrei und mit einem festen Job ausgestattet in der Lage ist, sich wann immer nötig ein paar Schuhe für mehr als 15.- zu kaufen. Ein Zustand mit dem ich schon halbwegs zufrieden wäre. Das ist deprimierend, wenn man sich das klar macht. Nun je. Besagte Andrea also. Sie fragte mich, was ich denn nun tun möchte. Wovon leben`? Ich muß machen was ich machen muß. Ich war nur mal wieder erstaunt wie unterschiedlich sie im Vergleich zu mir denkt. Und wie unterschiedlich unsere Idee sind, wie das Leben idealerweise aussehen sollte. Sie sucht den Mann, will die Familie, will sie bald. Und setzt sich total unter Druck mit dieser Erwartungshaltung ans Leben. Vielleicht erwarte ich zu wenig, bin zu wenig konkret um irgendwohin zu kommen. Ich erwarte nur, irgendwann mal glücklich zu sein. Ich habe wenig genaue Ideen dazu, wie es aussehen muß, das Glück. Mann und Kind sind da nur eine Option unter vielen. Also Ehe-Mann. Gar kein Partner würde mich auf lange Sicht vermutlich schon eher unglücklich sein lassen. Aber ich sehe mich nicht zwangsläufig mit einer richtigen Familie. Ich sehe mich nämlich eigentlich überhaupt nicht, nicht in einer viel weiteren Zukunft als übermorgen. Oder von mir aus dem nächsten halben Jahr. So ziellos zu sein ist kein attraktiver Zug wie mir scheint. Jede 1 1/2 Kontaktanzeige auf der Welt sucht nach einem Menschen der weiß, was er will. Das ist scheinbar das meistgewünschte Attribut in einem potenziellen Partner. Blöd, wenn genau das fehlt. Andrea würde sagen, daß sie mir das nicht glaube. Daß ich bloß verdränge weil ich Angst habe. Oder daß ich nur nicht richtig formulieren kann, was ich möchte. Ich weiß nicht. Ich weiß ganz gut, was ich nicht will. Dumm, daß das Leben das ich bisher so führe da eher auch dazu gehört. Eine Veränderung ist also unabdingbar. Ich drehe mich im Kreis und wiederhole mich. Etwas passiert, eine Veränderung kommt, und alle 5Mio Minuten mal freue ich mich auch darauf. Die meiste Zeit aber schlottern mir die Knie, ich bin ein Feigling, das wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
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