Nach einem weiteren Samstagabend in der Bar mit dem Barkeeper habe ich heute Nacht (oder eher heute morgen...) von ihm geträumt. Quintessenz meines Traums war, daß er sich tatsächlich für mich interessierte. Und Vater von nicht zwei, nicht drei, nein VIER Kindern war die irgendwo anders mit ihrer Mutter lebten. Das Älteste war neun. Oder zehn. Dieser Kindersegen kam während des Traums erst raus und kümmerte mich erstaunlich wenig. Mein Traum-Ich war weit mehr durch einen Auftritt von ihm in einem furchtbaren Hippiekostüm irritiert. Das alles ist mitnichten erfunden. Nur geträumt.
Was will mir mein Unterbewußtsein damit nun wieder sagen? Mein Verdacht ist ja, daß die Kinder ernste Probleme symbolisieren, die ich ja auch im wahren, im wachen Leben ständig ignoriere. Überinterpretation? Kann man Träume überinterpretieren? Sicherlich war nur ein geringern Teil des Kuddelmuddels sowas wie eine Wunschvorstellung...
Der Abend an sich ist übrigens prototypisch für vieles in meinem Leben gelaufen. Eigentlich mies (jetzt alles auf den Mann bezogen. Meine Freunde waren da, es war nett, sonst. Aber ich bin die 13jährige Besessenen, darum interessiert hier jetzt nur, wie der Abend im Hinblick auf unsere baldige Hochzeit verlaufen ist...). Also: eigentlich lief's eher mies. Zum Beispiel fühlte ich mich im ersten Moment nichtmal erkannt. Eher: die erste Stunde oder so. Irgendwann später dachte ich, daß es an der Zeit sei meine abendlichen 5 Minuten Lächerlichkeit zu bestreiten und ging zu ihm und entschuldigte mich quasi für mich am letzten Samstag. Dieses kurze Gespräch lief tatsächlich okay. Er versicherte glaubhaft, so schlimm sei es nicht gewesen, er sei schlimmeres von Menschen gewohnt, die ihm "egaler" seien. (Ja, ein Zitat. Und ja, mein Hirn ratterte sofort los, die Bedeutung dieser freundlichen Floskel zu erhaschen. Erfolglos, natürlich.) Abgesehen von diesem kleinen Dialog hatte er offensichtlich wenig das Bedürfnis, sich mit mir auseinander zu setzen. Was leicht gewesen wäre, denn den größten Teil des Abends saß ich Verzweifelte an der Bar. Kurz vor Schluß dann nochmal ein leises Aufflackern unberechtigter Hoffnungen, als er mich auf einen Planktonflyer ansprach, den ich vor mir liegen hatte. Ob ich dahinkäme? Ich solle Dienstag kommen, da helfe er da aus. Mir kam es vor, als sei mir dieses kurze Gespräch irgendwann in der Mitte entfleucht, als Anna irgendwas dazu sagte und auch eingeladen wurde und ich das Gefühl hatte, ich sei jetzt raus. Ich vermute aber, das war nur müde Paranoia.
So war das. Eigentlich nicht positiv, aber mit so unglaublich winzigen Hoffnungschimmern versehen die es mir jetzt unmöglich machen die Sache endlich komplett abzuhaken. Ich klammere mich an Strohhalme die diese Bezeichnung nichtmal verdienen.
Um jetzt mal den philosophischen Bogen zu meinem Leben zu schlagen: da ist es doch genauso. Irgendwie befinde ich mich buchstäblich in jenem schönen Zustand der gern so dramatisch mit "zu wenig zum leben, zu viel zum sterben" bezeichnet wird.
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