Sonntag, 11. Januar 2009

"Nasty places behind shelved books"

Auf einem Wohltätigkeitsbasar kaufte ich for .-15 eine gebrauchte Ausgabe von Vonneguts Slaughterhouse-Five. Gestern habe ich angefange darin zu lesen und woran ich vor allem Spaß hatte (ohne den Wert dieses tollen Buches schmälern zu wollen, natürlich...) waren die Anmerkungen und Notizen und Unterstreichungen der Vorbesitzerin, eines Mädels namens Stephanie. Ich gehe mal davon aus, daß sie das im Unterricht gelesen hat, ich hoffe in der Schule nicht Uni. Und ich vermute weiter, daß sie es nicht bis zum Ende geschafft hat, ihre letzten Kritzeleien finden sich ca auf Seite 144 - das letzte Drittel ist jungfräulich rein von ihren Gedanken. Na gut, es scheinen mir eh nicht unbedingt ihre Gedanken zu sein die ich da lese, eher scheint es, als habe sie eifrig einfach alles aufgeschrieben, was im Unterricht überhaupt gesagt wurde, unfähig zwischen nützlichen und überflüssigen Informationen zu unterscheiden. Stephanie scheint mir nicht die Verständigste gewesen zu sein. Unterhaltsam ist sie trotzdem. Bei jeder unterstrichennen Zeile und bei jeder Anmerkung überlege ich jezt, ob ich das auch so sehen, so interpretieren würde. Wir sind nicht so sehr einer Meinung, aber es ist ein bißchen wie damals in der Schule. Man beschäftigt sich mit anderen Sichtweisen, auch wenn man sie nicht teilt.
Ich habe einem Freund von mir meine Aussgabe von Susan Sontags "Gegen Interpretation" überlassen als er neulich nach Mexiko ging. Ich habe so ein Bild vor mir wie er am Strand sitzt und über die Gedanken lacht, die ich mir mit ca 20 über "Camp" gemacht habe. Das ist einerseits potentiell peinlich, kann aber auch ganz nett sein. Vielleicht denkt er mal an mich und rafft sich auf zu mailen oder zu schreiben. Vielleicht, um mir zu sagen, was für einen Unsinn ich da gedacht und geschrieben habe...
Also.
Lese: Slaughterhouse-Five
Höre: Pinkerton von Weezer. Das Konzeptalbum zum Thema japanische Teenagermädchen. Drauf gekommen, weil Tegan und Sara "Tired of sex" covern und mich irgendwer darauf hingewiesen hat bei You Tube. Vernetzte kleine Welt. Nichtsdestotrotz (das ist sicher nicht nur ein Wort..) ist das ein super Album und ich bin froh, es wieder rausgeholt zu haben. Egal ob Rivers Cuomo ein Arsch ist, tolle Lieder schreibt er. Schrieb er, eher. Aber ich fange an zu blubbern, also höre ich auf. Geh mal Papa besuchen. Au revoir mes amis...

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