Ich habe den Vorleser gelesen. Nicht so gut. Tut mir ja auch leid, aber was soll ich sagen? Ich hatte sowieso nie so den Drang das zu lesen und wie sich herausstellte ist es auch wahrlich eher mittelmäßig. Ich hab's gelesen weil nächste Woche der Film kommt - und es nur 200+ Seiten hat, da reichen dann drei Abende. Trotzdem kommt es mir fast vor wie verschwendete Zeit. Wenn man sich eines so ernsten Themas annimmt sollte man auch was zu sagen haben, oder? Verschwurbelte Sätze und gefühlte drei Millionen Mal die Bemerkung der Erzähler "erinner sich nicht mehr"! Dann vielleicht besser mal die Klappe halten. Die Geschichte war so dünn, wirkte so unfertig auf mich. Ich bin wieder einmal mehr als erstaunt was die meistverkauften Bücher sind. Die Meistgelesenen. Deprimierend, eigentlich. "Der Vorleser" wurde in zig Sprachen übersetzt, es ist Abiturstoff geworden, Schullektüre. Dabei kommt, und das ist vermutlich, was mich am meisten störte an dem Buch, so ein klammes, ungutes Gefühl von Pseudoverständinis für die Täter auf. Hanna ist keine Figur, die man verurteilt ebensowenig wie die Erzählerfigur es tut. Sollte man aber. Kann schon sein, daß es Menschen wie sie gab - die durch dumme Zufälle zu Tätern wurden. Aber die Erklärung, die hier für ihr Tun gegeben wird ist erbärmlich, dünn - fast lächerlich. Vielleicht sind Menschen so, aber ich weiß nicht ob man so nachsichtige Bücher über sie schreiben sollte. Ob man solche Figuren in solchen Geschichten mit einem solchen Unterton erfinden sollte. Es hat mich zu keiner Zeit gegrauust bei dem Buch, die Schilderungen des Lagers und des Marsches bei dem die meisten der gefangenen Frauen dann starben waren verknappt und distanziert gehalten. 200 Seiten? Wer sollte da eine solche fürchterliche Geschichte erzählen können? Wer sollte das versuchen wollen? Mir kommt das vor wie so ein Alibibuch, der Holocaustroman für Nichtleser - da hat man das auch abgefrühstückt und kann sich dazugehörig fühlen. Wieso ist dieses schmale Bändchen ein solcher Erfolg? Was sagt das aus über die Menschen? Ich begreife es einfach nicht! Vielleicht sehe ich das völlig falsch? Jemand soll es mir erklären...
Ich habe Birger den schokoladigsten Schokoladenkuchen ever gebacken. Er wird dreißig, heute. Und während ich das tat hörte ich meine neue Why?-Cd und muß sie nun allen ans Herz legen. Weil sie super ist. Total stark, wie Christoph vielleicht sagen würde (muß mich mal mental darauf vorbereiten, daß ich den heute Abend vermutlich sehen werde...). Also: WHY? - "Alopeica". Möchte ich wirklich ebenso warm ans Herz legen wie vom Vorleser dringlich abraten...
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