Freitag, 24. April 2009

Freund, Helfer und Lehrer

In etwa zwei Wochen startet der zweite Versuch eines "Anti-Islamisierungskongress'" in Köln. Im letzten Jahr konnte dieser Mist ja glücklicherweise verhindert werden, nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Viele viele Minderjährige Demonstranten endeten in Polizeigewahrsam, engekesselt oder sonstwie festgesetzt. Das erinnert doch fatal an den sogenannten Dortmunder Kessel vor einigen Jahren, in dessen Folge die Polizei hier ordentlich abgewatscht wurde. Geht man heute auf eine Demo und gibt es einen Kessel gibt es immer diese schon irgendwie lustige Durchsage Minderjährige mögen den Platz doch bitte jetzt verlassen. Ich war mehr als einmal dabei als ganze Familie mittendrin steckten, Anhänger des DHB oder einer kirchlichen Organisation. Oder schlicht wehrhafte Bürger. Und deren Kinder, teils im Grundschulalter sollten also raus aus dem Kessel, ihre Eltern aber keineswegs. Super Überlegung.
Aber natürlich ist mir klar, worauf (oder auf wen) solche Ansagen eigentlich abzielen: auf Teenager, keine Falken, Anarchisten oder Jungautonome. Kids die in aller Regel noch zur Schule gehen - oder das zumindest sollten. Und genau dieser Klientel wollte die Kölner Polizei diese Woche das demonstrieren beibringen. Es wurde zu einer Art Workshop geladen. Entschuldigung, aber das entbehrt nicht einer gewissen Komik! Wenn einen augerechnet die Polizei darüber aufklärt wie man sich verhalten soll geht der schiere Protestgedanke womöglich ein wenig flöten. Die Polizei scheint nicht zu merken, daß sie für diese Kinder nicht unbedingt Partner sind. In der Absicht Veranstaltungen wie diesen Kongress zu verhindern setzten die sich sehr bewußt über einzelne Gesetzt hinweg. Ich weiß auch nicht, ob ich das - hm. wie drücke ich das jetzt geschickt aus? Ich glaube an zivilen Ungehorsam. Wenn es rechtlich unmöglich ist, bestimmte Dinge zu unterbinden müssen die Bürgenr vielleicht dafür sorgen, daß diese Dinge keinen Spaß mehr machen. Das geht durchaus gewaltlos, kann dann aber trotzdem auch illegal sein. Die Jugend nahm das Demonstriertraining auch nicht besonders gut an. Welch Wunder. Sinnvoll wäre vielleicht, im Politikunterricht zu erorrtern, was technisch gesehen erlaubt, und was verboten ist. Damit naive junge Mitläufer (im Wortsinn, hier) nicht da rein geraten. Einen Polizeilehrgang brauch's da nicht...

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