Montag, 13. April 2009

Ostern

Dieses Jahr in Mode: Artikel über das "Osterwunder". Je nach Publikation dürfen entweder eine Reihe von B-D Prominenter erzählen, wie sie die Auferstehungsgeschichte "verstehen". Oder aber sagen, wo sie ihren Kindern den Eiersuch-Parcours aufbauen. Oder aber mehr oder weniger Intellektuelle Zeitgenossen lassen uns wissen wie sie mit der rational unglaubwürdigen, dem christlichen Glauben ja aber dennoch fundamental zu Grunde liegenden Ostersache umgehen ohne ihre Aufgeklärtheit drangeben zu müssen. A-ha. Ist das neu? Gibt es da in jedem Jahr und fällt es mir diesmal nur besonders auf? Oder holen sie diese berühmteste Wundergeschichte jetzt raus, weil alles so verdammt fürchterlich läuft? Frei nach dem Motto: "Wenn ihr hierran glauben könnt, dann könnt ihr dochwohl auch ein glückliches Ende der Krise für möglich halten!"
Also sitzt man da, und quält sich durch ein langweiliges "Zeit"-Feuilleton und Sonntags durch die BamS und fragt sich, ob man nicht ganz richtig im Kopf ist, weil man wieder mal nicht dran glauben kann. Ich komm mir vor wie ein Spielverderber. Irgendwer sagte neulich, ich solle diese Geschichte und die Tatsache, daß Abermillionen Menschen sie glauben als Mahnung nehmen, daß wir eben nicht alles wissen. Es sei natürlich höchst unwahrscheinlich, daß das so oder auch nur ähnlich passiert sei aber - wer weiß? Natürlich gibt es, anders als für Jesu' Leben und Tod keine wissenschaftliche Beweise. Aber eben all diese Menschen die das glauben. Die sich absolut sicher sind. Kann man das völlig ignorieren? Vielleicht nicht (auch wenn ich eigentlich glaube: doch...). Aber wie das ein Hinweis sein soll, daß sich die wirre, zerrüttete und von Menschen produziertw Weltwirtschaftskrise in etwas Positives wenden könnte bleibt schleierhaft. Ich seh den Zusammenhang nicht. Das einzige, was man daraus erkennen könnte wäre wohl, daß, sollte man sich vor lauter Kummer und Existenzangst und Scham aus dem nächsten Fenster schmeißen es eine leise Hoffnung gibt aus ein Leben danach. Die theoretische Möglichkeit, daß das Ende des Lebens nicht das Ende ist - das ist wohl Ostern. Ich weigere mich anzuerkennen, daß sich das auch auf alle anderen Bereiche übertragen läßt. Woran man wohl meinen Unglauben erkennt...

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