Sonntag, 24. Mai 2009

Pretty girls make graves

Heute nacht, beim Nach Hause laufen von einer mittelmäßigen Party auf die ich eigentlich überhaupt nicht mitgeschleppt werden wollte traf ich auf einen alten Freund von mit. Jemanden, den ich ziemlich aus den Augen verloren habe, der aber eine Weile eng und wichtig und mir sehr lieb gewesen ist. Es war nach vier, ich war schon fast ne halbe Stunde unterwegs und ich wußte, daß ich gegen neun wieder aufstehen würde müssen - Anna und ich hatten uns nämlich selbst zur Taufe des Kindes von (nicht sehr engen) Freunden eingeladen, unser Kommen groß propagiert und ein faboulöses Geschenk erstanden, so daß klar war, daß absagen einfach nicht so ging. Also war klar, daß es wenig Schlaf geben würde. Es dämmerte schon, als er mir da so entgegenkam. Als ich ihn (aus einiger Entfernung) erkannt hatte überlegte ich noch kurz, schnell die Strassenseite zu wechseln. Nicht, weil ich ihn nicht mochte, oder grundsätzlich nicht mit ihm sprechen wollen würde. Aber genau dann da? Tat es aber nicht. Statt dessen ließ ich mich überrascht erkennen, schwabulierte, hörte Neuigkeiten und nahm seine Begeisterung ebenso hin, wie sein Bedauern mich nicht öfter zu sehen. Das alles war nett, auch wenn in meinem Kopf die Uhr tickte und der Himmel immer heller wurde. Nach ca 20 Minuten verabschiedete ich mich. Alles gut, soweit. Bloß begriff ich dann erst, im weitergehen, was es wohl vermutlich bedeutete ihn just da, an dieser Stelle hinten hinter Kino und Hauptbahnhof getroffen zu haben - an einer Stelle, die mal sowas von ab von seinem Weg lag - ich fürchte der Gute war im Puff. Zumindest in der Sperrzone. Es gibt eigentlich keine andere Erklärung. Als ich ihn traf waren wir 20m entfernt vom Eingang in die Strasse, in der in meiner Heimatstadt die Bordelle liegen. Daß ich da nicht sofort drauf gekommen bin! Er erzählte mir genau wo er gewesen war und von dort zu Ihm nach Hause gäbe es einen hübschen, direkten Weg mitten durch die Fußgängerzone. ALs ich mich von ihm entfernte fragte ich mich erst: was macht er dann da? und dann war es auf einmal ganz klar und ich gruselte mich ein bißchen. Das ist schon so'n minimales bißchen bäh. Ich will mich nicht zum Moralapostel aufschwingen, aber der Gedanke, daß Jungs die ich kenne und mit denen ich eigentlich befreundet bin zu Prostituierten gehen ist komisch und befremdlich und schlicht ein wenig unangenehm. Er redete sofort so aufgedreht auf mich ein, daß ich mich im Nachhinein frage, ob das vielleicht ein bißchen Scham war. Vermutlich ist es ein kleiner Alptraum, dabei erwischt zu werden - noch dazu von einer Frau. Glück für uns, daß mein müdes Hirn einfach nicht mehr in seiner Normalgeschwindigkeit gearbeitet hat, das hätte höchst unangehem und befangen werden können...

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