Mittwoch, 8. Juli 2009
In etwa 10 Tagen jährt sich der Todestag meiner Mutter zum ersten Mal und just davor, bevor wir diesen Meilenstein erreichen, alles einmal mitgemacht haben - Geburtstage, Weihnachten, Erinnerungstage etc - just jetzt häufen sich traurige Nachrichten. Es läßt sich nicht länger bestreiten, der Juli ist kein unbeschwerter Monat mehr. Wie passend daß wir Aprilwetter haben. Letzte Woche hatte mein Vater einen Termin beim Arzt wegen einiger Probleme die einem hypochondrisch veranlagten Medizinlaien wie mir mehr als suspekt erschienen, und wie es der Zufall wollte waren wir zu einem Telefonat verabredet nachdem er vom Arzt zurück sein sollte. Sein Arzt ist ein vielbeschäftigter. Es waren mehr als zwei Stunden nachdem ich angefangen hatte zu warten als der Anruf dann endlich kam. Das waren keine schönen Stunden! Sie erinnerten mich an den Tag als meine Mutter diagnostiziert wurde. Ich saß hier und sorgte mich. Sonst nichts, ich konnte nichts machen, mich nicht ablenken, nicht lesen oder vernsehen. Ich war mit sorgen beschäftigt und es war fürchterlich. Auch wenn es übertrieben wäre zu sagen, daß alles völlig in Ordnung ist mit ihm so ist es doch nichts akut Bedrohliches. Er gab mir also Entwarnung. Aber dieses Erlebnis rührte an meiner größten heimlichen Angst angesichts der Kanadasache: was, wenn hier was passiert? Wenn ihm was passiert? Und ich nicht wegkomme, oder schlimmer: nicht erreichbar bin? Ich hatte nie so große Angst um meine Eltern als meine Mutter noch lebte. Die Vorstellung ihn womöglich auch zu verlieren ist unerträglich. Ich kann mein Leben nicht von Ängsten bestimmen lassen - nicht mehr als ich es vielleicht eh schon tue. Aber an einem Tag wie heute, mit schmerzlichen Nachrichten und einem Gefühl von Ohnmacht und Mitgefühl und Leid werde ich diese Gedanken einfach nicht los.
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