...ist der Titel des ersten Songs vom neuen Tomte-Album. Vorab-Single heißt das wohl. Gut? Ich bin nicht sicher. Er ist nicht mehr so unerträglich glücklich wie bei der letzten Platte. Ich gestehe, daß mir der traurige Thees einfach besser gefällt. Das ist bei ihm ähnlich wie beim Alkaline Trio. Da hat die Musik auch ein wenig "gelitten" seit sie verheiratet sind, Kinder haben und ausreichend für ihre Arbeit bezahlt werden. Oder gar, wie Matt Skiba, transzendental medintieren, was zum Teufel das auch genau sein mag. Und ich mache niemandem einen Vorwurf, denn es ist natürlich nicht unlogisch. Wenn du deine Kreativität - und deine textlichen Inhalte - daraus gezogen hast, wie mies dein Leben läuft und dann damit berühmt und erfolgreich wirst hast du vermutlich bald ein (ganz neues) Problem. Es ist auch nicht so, daß ich das letzte Tomte-Album überhaupt nicht mochte. Oder Irony&Agony. Diese Platten berühren mich nur nicht mehr so stark, sie sind mir nicht mehr so wichtig. Jetzt kann man wohl mich bemitleiden, weil ich nicht voran komme, und immer noch deprimiert (genug) bin um mich mit traurigen Loser-Liedern zu identifizieren. Aber ich vermute das geht vielen Zuhörern so. Es ist schön für Thees und Matt und all die Ex-Deprimierten daß es ihnen jetzt besser geht. Bloß ist es ja so, daß anderer Leute Glück das eigene Unglücklichsein noch hervorstechen läßt. Die, die mit Liedern über Erfolglosigkeit, Liebeskummer und Überlebensängsten groß wurden müßen sich natürlich neue Themen suchen, wenn sie bei Majorplattenfirma und Standesbeamtem erfolgreich vorgesprochen haben. So ist das. Ich werde mich nicht lächerlich machen und hier deswegen rumheulen. Ich hab ja die alten Platten. Und die Neuen kaufe ich auch. Ich darf nur einfach nicht die Hoffnung aufgeben, daß mein Leben irgendwann auch mal zu diesen "lichteren" Liedern passt. Völlig ausgeschlossen ist das ja nicht.
Aber wieder einmal habe ich den direkten Pfad zu der Aussage velassen, die ich eigentlich machen wollte. Nämlich warum ich mir trotz eher unfröhlichem Grundton nicht so sicher bin, ob das ein gutes, mir wirklich gefallendes Lied ist. Ich bin nämlich ein bißchen enttäuscht vom langweiligen Text. Was heißt langweilig. Das Tolle bei dieser Band ist ja immer die Art, wie er textet. So kunstvoll kryptisch mit Wortspielen und Sätzen, die ich jederzeit in meine Sätzesammlung aufnehmen wollen würde. Okay, "Ich fühl mich wie der letzte große Wal" ist nicht gerade völlig eindeutig. Und vielleicht soll der große Wal auch für die große Wahl stehen. Oder so. Aber das erscheint mir verzweifelt (von mir verzweifelt!) an den Haaren herbeigezogen, während einen früher der Wortwitz quasi ansprang, einem die Hand schüttelte und glücklich zurückließ. Das ist hier nicht so, das finde ich schade....
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