Sonntag, 7. September 2008

Gestern vormittag war ich wieder demonstrieren. Es ist einigermaßen ermüdend in dieser Stadt immer und immer wieder gezwungen zu sein, seine Samstage bei irgendwelchen Straßenblockaden zu verbringen um Aufmärsche rechter Gruppierungen an den sensibelsten Punkten zu verhindern. Ich sthe nicht so besonders auf die Autonomen und ihre ewigen Zwistigkeiten. Ich erkenne, daß ein schwarzer Block für Anwohner die nicht so im Thema sind ebenso bedrohlich erscheinen muß wie die Braunen jenseits der Straßensprerren. Aber ich glaube eben auch an sowas wie zivilen Ungehorsam und daran, daß man sich als Bürger da wehren muß, wo der Rechtsstaat, so es ihn denn gibt, an seinen natürlichen Grenzen gerät. Oder konservative Polizeipräsidenten nicht bereit sind, entsprechend zu handeln. Ich will niemanden verprügeln oder mit Steinen bewerfen. Ich finde es aber legitim, sich auf Gleise oder Straßen zu setzen um Aufmärsche zu blockieren und denen das Leben schwer zu machen. Mich interessieren dabei nicht die Zickereien von "Anti-Deutschen", "Anti-Imperialisten" oder sonstwie versprengten Grüppchen. Aber ich habe bei ihnen immer noch mehr das Gefühl mich gewegrt zu haben als bei der Kundgebung von DGB und Stadt. Ich mag keine Rumstehdemos mit linken Liedermachern und dem Oberbürgermeister während sich 500m Luftlinie entfernt 1100 Neonazis zusammenrotten und die Straßen für mehr als sieben Stunden übernehmen. Wie kommt man dazu einer solchen Veranstaltung Zeit von zwölf bis sieben einzuräumen für ihren Parolenmüll? Was sind das für Dimensionen? Mir ist klar, daß es schwierig bis unmöglich ist unter demokratischen Vorraussetzungen jede rechte Demo zu verbieten. Ich weiß, daß das was ich als mein Recht betrachte auch das Recht derer sein muß, die komplett anders denken. Aber gerade deswegen ist es wichtig, daß man denen das Leben schwer macht wo man kann. Und die zuständigen Behörden sollten sich ebenso verhalten und die Verhältnismäßigkeit der Dinge bedenken. statt siebnstündige Spektakel wie das gestern zu erlauben.

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