Donnerstag, 30. Oktober 2008

we fell apart in the parties of the empty heart

Die Frage, die mich dieser Tage immer wieder beschäftigt ist die, ob Mama "vorbereitet" war. Hat sie irgenwie ihren Kram geordnet bevor sie ins Krankenhaus ging? Ich könnte Papa fragen, aber dann auch wieder nicht. Ich kann an diesen Wunden noch nicht kratzen.
Ich glaube fast, daß sie einfach keine Zeit hatte für eine Bestandaufnahme, eine Ordnung ihrer Sachen. Oder für Gespräche und Problemlösungen. Sie wurde diagnostiziert, mußte gleich bleiben, bekam schnell die Chemo, wurde unfaßbar schwach und hilflos. Kam wieder ins Krankenhaus, wurde operiert, Komplikationen, Tod. Wann hätte sie sich kümmern sollen? Es ist ein trauriger Gedanke, gerade angesichts der Tatsache, daß wir alle immer ziemlich mies darin sind, unsere Gefühle auszudrücken und überhaupt irgendetwas zu formulieren das uns auf dem Herzen liegt. Wahrscheinlich blieben Dinge ungesagt und unerledigt und jetzt ist es zu spät. Ich weiß, mir würde es ebenso ergehen. Ich könnte es nicht besser. Ich wüßte gern, ob sie mit ihrem Tod gerechnet hat. Sie musste ihn irgendwie fürchten, wenn man so eine Diagnose bekommt geht das wohl nicht ohne Angst. Aber ich weiß daß ich lange nicht an die Möglichkeit glauben konnte, sie könnte sterben. Wie ging es ihr? Ich hab sie mal gefragt, ob sie Angst habe. Sie sagte nein, nicht wirklich. Sie vertraue den Ärzten. Ich weiß nicht, ob das wahr war, oder ob sie nur in ihrer typischen Mutterrolle mich beschützen und nicht sorgen wollte. Der mir wichtigste Tag in all den Wochen und Monaten ist jetzt im Rückblick der, an dem ich an ihrem Bett weinte. Kurz vor oder nach Onkel Heinz' Tod, als sie meine Hand hielt und sagte, es sei wohl einfach alles ein bißchen viel als mir die Tränen kamen.
Es geht mir nicht gut. Ihr Geburtstag nächste Woche, die azfkommende Weihnachtsdeko allenthalben, die Aussicht auf all diese Löcher die da sein werden dieses Jahr und in Zukunft. Ich fühl mich, als müßte ich ein bißchen zusammenbrechen. Ich hätte es wissen können. Seit Tagen, Wochen fast kann ich meine Finger nicht stillhalten. Ich zeichne, male, klebe, schneide. Ich produziere ein Bild nach dem anderen, gut wie schlecht, und wenn ich das nicht tue schreibe ich. Ich tu mich wieder schwer mit lesen. Ich stecke wieder mitten drin in der milden Verzweifelung und ich ziehe mich von meinen Freunden zurück. Alles keine guten Zeichen. Wenn ich könnte, würde ich Hilfe suchen?

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