Ich habe mehr Probleme mit Birger und seinem nahenden Abschied als mir lieb ist. Ich habe extreme Verlustängste, denn er ist mein engster Freund. Man kann vielleicht diskutieren, ob ich emotional nicht einfach zu abhängig on ihm bin, ob das, was alle immer E. vorwerfen nicht mindestens so sehr auf mich zutrifft. Ich hatte seit unserer Trennung ja auch noch keine wirklich ernstzunehmende Beziehung mehr. Was so ungefähr sechs Jahre bedeutet. Wie erbärmlich!
Es ist einfach so: wenn es mir schlecht geht, wenn ich ein Problem habe und vor allem wenn estwas schlimmes passiert renne ich zu ihm. Ihn bitte ich um Hilfe - wenn überhaupt jemanden dann ihn. Und die Vorstellung ihn so überhaupt nicht mehr in meinem Alltag zu haben ist schlicht beängstigend. Und es wäre einfach unehrlich zu behaupten, daß diese Ängste nicht auch ein Beweggrund für meine eigenen Kanadapläne wären. Schlimm ist nur, daß wir schon jetzt große Probleme miteinander haben, ich einigermaßen uncool bin und wir uns dauernd kabbeln und streiten weil ich das Gefühl habe zu kurz zu kommen. Ich komme ja definitiv nicht an erster Stelle und oft denke ich, ich bin ihm nicht wichtig genug. Wann immer ich ihn anrufe ist er schon verplant. Und in meinem Hinterkopf steckt das Wissen, daß unsere Zeit endlich ist. Und dann bin ich frustriert und schlechtlaunig und er hat das Gefühl ich fühle mich nur schlecht wenn wir zusammen sind. Die Folge ist, daß ich jetzt aufpassen muß. Rücksicht nehmen. Es war immer die große Qualität unsere Freundschaft, daß ich bei ihm nicht das Gefühl hatte mich verstellen zu müssen um gemocht und irgendwie respektiert zu werden. Es ist schwer für mich, daß es jetzt scheinbar nicht mehr so geht.
Scheinbar stehen wieder Zeiten größter Veränderung an. Birgers Wegzug, Johanna in FFM, Anna wird ihr Studium abschließen. Sven ist weg. Alle scheinen im Aufbruch begriffen. Ich will nicht zurück bleiben, aber es ist schwierig. Ich muß mich zusammenreißen.
Was anderes: ich fürchte mich vor dieser Silvesterparty. Ganz ernsthaft, ich darf einfach nicht trinken. Und dann hoffe ich mich, verstecken zu können in irgendeiner Ecke. Ich bin ganz froh daß Yvonne kommt, und ich mich einfach an sie halten kann.
Dazu kommt noch der emotionale Faktor. Immer wieder muß ich daran denken wie ich im letzten Jahr dachte, daß alles viel viel besser werden müsse. Und was folgte wissen wir ja. Nun ist es ein ziemlich sicherer Tipp zu vermuten, daß 2009 besser werden wird, denn deutlich schlimmer ist fast "logistisch" garnicht drin, oder? Ich sollte es einfach nicht beschreien. Ähnlich furchtbar auf anderen Ebenen wäre schließlich auch nicht eben erfreulich. Ja. Ich weiß. Mein Problem ist sicher (auch) meine überhaus pessimistisch-negative Einstellung den Dingen gegenüber...
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