Donnerstag, 19. März 2009

I (heart) your avatar...

Gestern kam mein Freund mit der Second Life-Liebschaft zu mir und bat mich, im Falle seines Todes (oder für den Fall, daß er ins Koma fiele...) eben diese zu benachrichtigen. Er schrieb mir ihre E-Mailadresse auf, er meinte das ernst, es war ihm immens wichtig. "Beid dir bin ich mir sicher, daß du nicht irgendwelche Quatsch-Mails schickst." Na. Würde ich schon gerne. Ich hab mich also einverstanden erklärt, nicht aber, ohne meine Stirn in Zweifelsrunzeln gelegt zu haben. Ich find' das alles immernoch irre, kann es immernoch nicht im geringsten nachvollziehen und begreife nicht, wie man mit so einem fragilen Schatten einer Beziehung froh werden kann. Er kennt ihren wahren Vornamen bloß, weil sie sich verplappert hat. Sie kenne ihre Anschriften nicht, und keine Telefonnummern. Er nennt sie trotzdem seine Freundin - ohne sie je gesehen, gespürt oder auch gerochen zu haben. Sie nennt ihn vermutlich ihre Affäre, sie ist nämlich zu allem übel auch noch verheiratet. Und der gute Gatte ahnt nix von ihren virtuellen Vergnügungen. Nein nein, so wirklich gutheißen kann ich das nicht. Ich finde das seltsam, auch auf die Gefahr hin, als altmodisch aufzufallen....
Aber man soll ja Toleranz üben, nicht immer von sich selber ausgehen und schlicht versuchen ein guter Freund zu sein. Also habe ich ihren echten Namen aus ihm rausgeleiert, denn wenn ich schon jemandem Todesnachrichten überbringen soll, will ich ihn zumindest nicht mit irgendeinem dämlichen Web-Pseudonym ansprechen müssen. Ich glaub das alles nicht...

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