Mittwoch, 11. März 2009

PAUL GRAHAM, Folkwangmuseum Essen

Anna und ich waren im Folkwang, in Essen. Zu sehen: eine Fotoausstellung von Paul Graham, einem Briten der tolle Farbfotos macht. Seine Arbeiten stehen in der Tradition britischer Sozial-Doku-Fotografie - eine Richtung, die vor ihm wohl hauptsächlich in schwarz-weiß vorkam. Es gab versciedene Serien, unter anderem fotografiert in Arbeitaämtern, an Tankstellen und Rasstätten entlang Englands längster Autobahn und in Nordirland vor dem Waffestillstand (der ja vielleicht leider derzeit wieder obsolet geworden ist...). Einiger seiner Bilder erinnerten mich kurioserweise enorm an heutige pseudo-realistische Modefotografie, an gestellte Realitäten. Soweit ich verstanden habe sind Grahams Bilder das aber nicht - gestellt, inszeniert. Auch wenn das manchmal kaum zu glauben ist, bei all der farbige Helligkeit, und der Gleichgültigkeit der gezeigten Protagonisten. Zum Beispiel gibt es da eine Serie von Porträts von Mensche vor dem Fernseher. So einfach wie wirkungsvoll und schön. Seine Fotos sind in der Tat sehr ästhetisch, auch dann, wenn sie den bespuckten Grabstein Francos zeigen, oder eine völlig überschminkte japanische Frau, oder eine Ultra-Nahaufnahme eines Gesichts. Ich hätte einige dieser Fotos haben wollen. Ausserdem hatte ich sofort wieder Lust zu fotografieren. Hab ich lang nicht mehr. Mal sehen wie das Wetter morgen ist...
Es war schön etwas mit Anna zu machen das nicht trinken oder tanzen war. Unsere Unternehmungen bei Tag sind viel zu selten, ich glaube das sieht sie auch so. Muß man also mal ändern. Ich hoffe mal, wir kommen wieder öfter weg über die reine Planungsphase und das ewige "Wir müssen mal..."-Gerede.

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