Ich versuche einen Flughund zu zeichnen - also eigentlich eine Fledermaus, keine Ahnung ob es da tatsächlich nennenswerte biologische Unterschiede gibt, oder ob das nur unterschiedliche regionale Bezeichnungen für Tiere einer Art sind. Hätte ich mein Biostudium damals nicht nach einem Semester hingeschmissen wüßte ich das womöglich. Überhaupt hätte ich eine Menge praktischen Wissens, ich wüßte beispielsweise, wann ich die Pflanzen von meinem Dach reinholen muß. Aber ich schweife ab. Flughund, also. Tjaaa. Irgendwie hab ich's gerade mit mehr oder minder kleineformatigen Wasserfarbebildern. Eine Technik (korrekterweise wohl eher Aquarell genannt) mit der ich ja nur wenig vertraut bin. Ich hab Mamas Malzeug geerbt (sie hatte da mal so eine Selbstfindungsphase nachdem wir, die Kinder, zu groß waren täglicher intensiver Pflege zu bedürfen. Ich erinnere mich, daß sie zu Kursen gegangen ist. Ich erinnere mich an kein einziges fertiges Bild...), und kann mich jetzt erstmal austoben, ohne investieren zu müssen. Naja fast. Gestern erstand ich etwas, das den klangvollen Namen Rubbelkrepp trägt, und das meinen haptischen Vorlieben sehr entgegen kommt.Man streicht damit Flächen auf dem Papier ein, die nichts von der dünnflüssigen und starrsinnig immer überall hinfließenden Farbe abbekommen sollen. Praktisch. Und spaßig, wenn es an die Entfernung geht. Das Zeug bildet einen gummihaften Film, den man hinterher mit dem Finger abrubbelt. So wie wenn man Uhu auf der Handfläche verteilt und es dann abzieht. Oder runterrubbelt. Ich habe merkwürdige Vorlieben. Jedenfalls habe ich mehrere Bilder im Kopf die ich gern machen würde. Nicht nur der Hund. Ich habe gestern drei in mein Notizbuch geschrieben, ich glaube animiert wurde ich davon, wie gut letztendlich mein Kuchenstück aussah. Gestern abend habe ich dann noch mit einem Portrait meines liebsten Turnschuhs angefangen. Vor allem, um besagtes Rubbelkrepp zu testen.. Ich glaube diese Technik würde sich hervoragend eignen, um Geschichten zu illustrieren (darum wohl nutzen sie auch so viele Illustratoren... ;-) ). Blöd, daß ich gerade keine weiß.
Ich würde die Zeichnungen gern mit auf die Homepage nehmen. Ich muß mir nochmal eine gründliche Einführung in die Kamera geben lassen, damit ich in Zukunft nicht immer Birger bitten muß, sondern mir nur die Kamera leihen, das würde so einiges erleichtern.
Heute nacht habe ich von Mama geträumt. Auch von Batman. Ich weiß nicht, wieso mein Hirn oder Unterbewußtsein oder was immer zuständig ist so reale, ernste Dinge mit solchem Humbug verbindet. Jedenfalls war sie in einem Krankenhaus, im Bett, konnte nicht recht sprechen und ich fütterte sie mit Mango und Reis. Nichts davon ist je so passiert, der Raum sah anders aus. Alles war anders als im letzten Sommer. Mein Ich im Traum dachte offensichtlich nicht, daß sie sterben könnte. Ich wurde wach und war traurig. Nächsten Mittwoch, also genau in einer Woche, wäre ihr Geburtstag. Ein Tag, dem wir alle mit mulmigen Gefühlen entgegen sehen. Manchmal kommt mir das alles so weit weg vor. Ich stecke wieder so tief in meinen Alltagssorgen. Ich glaube, ich denke nicht mal mehr täglich an sie. Aber eigentlich ist es nicht lange her. 3 1/2 Monate. In diesem Zusammenhang ist die Zeit seltsam flexibel. Der Selbstschutz läßt die schlimmen Zeiten endlos weit weg erscheinen, wie eine ferne Erinnerung, die schon arg verblasst. Aber manchmal funktioniert das nicht, und ich erschrecke über das Klingeln des Telefons weil ich mit schlimmen Krankenhausnachrichten rechne. Oder ich fahre nach Hause und vergesse auf dem Weg, daß sie nicht da sein wird. Dann merke ich, daß ich mich an ihre Abwesenheit noch nicht gewöhnt habe. Man denkt dann "Hört das denn nie auf?". Dabei macht man das noch nicht allzulange mit. Vielleicht hat Batman mir den Traum erträglich gemacht. Vielleicht kam er auch von dem vorm einschlafen gefassten Flughund-Bild-Plan. Übrigens war's nicht Christian Bale. Ich kannte ihn, hab aber vergessen wer es war. Das finde ich immer bemerkenswert an Träumen: daß ich mich hinterher nur erinnern kann, daß ich das kannte/wußte/merkte. Nicht aber WAS ich kannte/wußte/merkte.
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