Donnerstag, 27. November 2008

"...everything else is just borrowed"

Dieses Jahr war ein elendes. Und ein anderes. Das merkte ich heute zum Beispiel daran, daß ich von den TopTen der Intro Jahrescharts ein einziges Album besitze. Und bei den Songs einen einzigen kenne. Dinge die mir immer total wichtig und interessant erschienen sind es wohl einfach nicht.

Mittwoch, 26. November 2008

Super, mit einem solchen Satz anfangen zu können:

Als ich gestern in der Buchhandlung war um endlich "Schuld und Sühne" zu kaufen traf ich auf Christoph. Wann immer ich zufällig auf ihn treffe ist es in der Klassikerabteilung einer Buchhandlung. Es gibt schlechtere Orte. Er fragte mich ob wir noch einen Kaffee zusammen trinken könnten. Das taten wir. Es war schön. Ich mag ihn, vor allem weil er so klug ist. Und mittlerweile habe ich das Gefühl ihn zu durchschauen. Er spielt die Rolle des Intellektuellen mit geradezu kindlichem Enthusiasmus. Er ist schlau, aber er ist auch noch sehr jung. Ich weiß nicht woran es liegt, aber ich glaube ich habe eine gesunde Distanz zu ihm entwickelt.
Die Ironie in diesem zufälligen Treffen just gestern lag aber nun darin, daß ich mit Andrea verabredet war, für eine weitere Lesung am Abend. Und daß sie ihn gefragt hatte, ob er nicht mitkommen wolle. Als wir uns vor dem Café verabschiedeten sagte ich ihm er solle ihr Bescheid sagen. Ich war mir sicher er würde nicht kommen. Tat er aberdoch. Ich war ehrlich überrascht.
Tatsächlich ist es wohl so, daß Andrea einen noch größere Schwäche für ihn hat als ich. Sie kann sich das nur nicht wirklich eingestehen, weil er in so einigem ihrern Maßstäbe nicht genügt. Aber es ist so offensichtlich. Sie versucht ihn immer ein bißchen mir anzudrehen um davon abzulenken. Als er gestern verkündete er werde gleich kommen sagte sie zum Beispiel, darauf könne ich mir was einbilden und das sei doch "bezeichnend". Vielleicht ist sie ein bißchen neidisch, weil zwischen uns immerhin schon mal was gelaufen ist. Weil ich nicht so verkrampft bin? Keine Ahnung. WIr haben uns ziemlich gut unterhalten, alle. Zum Beispiel über Religion, oder unseren persönlichen Mangel dieser. Ich hatte einen schönen Abend, auch wenn die Lesung - Dond und Daniel lasen Hildesheimer - schon wieder extrem anstrengend war. Wir haben uns zur Pause zurück gezogen. Und ich hab mich auch immer mal wieder von den beiden entfernt. Ihnen (ihr!) Gelegenheit gegeben für etwaige Übergriffe. Die nicht erfolgten. Natürlich nicht. Einfach nur mal Spaß haben ist Andreas Sache nicht, leider. Bei den beiden lief also nix, statt dessen wurde ich ein bißchen begrabbelt. Ein bißchen zum Lachen, das alles.
An einer Straßenecke trennten wir uns schließlich, ich ließ sie zusammen heimlaufen und konnte mich eines dezenten Grinsens nicht erwehren. Ich bin froh, daß ich wohl über die Phase weg bin, in der ich jede noch so erbärmliche Gelegenheit zum Knutschen etc wahrnahm. Jetzt bin ich nur gespannt ob und wie es weitergeht. Ob ich was von ihm höre. Oder sie. Oder wir beide. Und was. Denn natürlich sagten wir wieder alle wie nett es gewesen sei, und daß wir das auf jeden Fall wiederholen müßten. Ich glaub da ja nicht so recht daran. Vermurlich seh ich ihn erst wieder, wenn es uns wieder beide in den Buchhandel verschlägt. Und bei mir liegen da 700 Seiten Dostojevski dazwischen. Oder Silvester. Übrigens habe ich mein traumatischtes Silvester mit Christoph erlebt. Aber das ist eine lange, komplizierte Geschichte die ich hier jetzt nicht erzählen werde. Vielleicht zu Ehren ihres zweiten Jahrestages im Dezember...

Nebenbei bemerkt liebe ich Rival Schools, und die sollen bitte endlich, endlich das angekündigte Album rausbringen! Ich höre immer "United by Fate". Das ist ein Album für die sprichwörtliche Insel, und welches einzige Album einer Band erreicht schon diesen Status? Mir fällt höchstens noch "Read Music/Speak Spanish" von Conor Obersts Nebenband Desaparecidos ein. Und das ist nicht gar ganz so fabelhaft.

Montag, 24. November 2008

"Wenn das Leben nicht kompliziert ist, ist es einen Dreck wert!"

Ich war tatsächlich nicht in der Bar, das ganze Wochenende nicht. Sicherlich hat er mich vermisst und ihm ist endlich aufgegangen, daß ich die einzig wahre Frau für ihn bin. Sicherlich gewinne ich bald im Lotto.
Vor einiger Zeit war ich bei einer Lesung. Ein Freund von mir veranstaltet eine Kleinkunstreihe und an jenem Abend lasen zwei Menschen. Einer ein lokal leidlich bekannt- und beliebter Musiker, so'n Singer/Songwriter-Typ. Der andere sein Freund oder Bekannter, im täglichen Leben wohl Journalist ("überregional!", wie er mit einigem Stolz in den Augen verkündete) und im Hobbykeller als Literat unterwegs. Beide lasen sie selbstverfasste Kurzgeschichten. Die des Sängers schlicht, gradlinig, nicht nobelpreisverdächtig aber unterhaltsam. Die des Journalisten verschwurbelt, sinnfrei, gespikt mit Obszönitäten die sehr sehr gewollt wirkten und alles in allem wohl einfach nicht gut. Das war sehr bald jedem im Raum klar, ihn nicht ausgenommen und was folgte war ein Paradebeispiel für eine fremdschämwürdige Situation! Abgesehen davon, daß sein Zeug inhaltlich mies war war der Vortrag unterirdisch. Man sollte sich wohl schon die Zeit nehmen und seine Texte ein paar Mal laut lesen bevor man damit andere beglücken möchte. Vielleicht auch ein paar Mal mehr. Er machte den Eindruck das alles nie gesehen, nie gelesen und nicht mehr als sein aufgeschmissenes Publikum verstanden zu haben. Je weiter der quälende Abend vorranschritt desto betrunkener wurde er, was selbstredend nichts besser machte. Alle litten. Der Sänger, der Journalist, sämtliche Zuhörer, das Personal. Und immer machte die gerade vorgetragene Geschichte noch eine unnötige Wendung, nahm noch einen Drehung und einfach kein Ende. Mir war das körperlich unangenehm. Ich wollte auch ein Bier! Dabei wollte ich eigentlich keins. Ich habe bis zum Ende durchgehalten, anders als viele andere Gäste. Dieser ganze desaströse Abend ließ mich schaudern. Und mich wundern wie es zu so etwas kommt? Völlig Fehlselbsteinschätzung? Glaubte der, er sei gut? Welchen Schluß zieht man daraus? Ich stelle mir immer vor ich gehe irgendwann mal raus mit etwas, das mir am Herzen liegt. Und dann passiert sowas. Die andere, optimistischere Lehre wäre die: wenn so jemand mit so etwas eine Plarrform findet und nicht mit Eiern beworfen wird könnte man es wahrlich auch versuchen. Zwischen diesen beiden Extremen bin ich unentschieden. Ich bin leider jemand, der zwischen Größenwahn und Selbsthaß nie die Ausfahrt zum gesunden Maß findet, nie vernünftig einschätzen kann wo er steht....

U und Du!


Nur weil ich nix hin- bekomme heißt das ja nicht, daß ich nicht meine Freunde/ Bekannten unter- stützen die die Dinge mehr im Griff haben. Zum Beispiel die Bande. Nette, gute Jungs mit hübschen Ideen. Und nicht einer, nein zwei Seiten im Netz. Wer also Hilfe benötigt bei der Gestaltung von irgendwas. Oder einen angenehm kleinen Ausstellungsraum wende sich vertrauensvoll.

Samstag, 22. November 2008

Ab die Post

Unspektakuläres Foto einer spektakulären Herzenssache: mein Visumsantrag!

Freitag, 21. November 2008

The hell with good intentions

Statt mich ununterbrochen unnötig albern zu verhalten und mehr oder weniger latente Obsessionen mit Männern zu entwickeln die ich 1. kaum kenne und die 2. kein erkennbares Interesse an mir haben wende ich mich spannenderen Fragen zu. Namentlich: meinem Kanada-Visumsantrag! Ab Montag werden die Bewerbungen von der Botschaft in Berlin angeneommen. Birger, für den es natürlich viel viel wichtiger ist eins zu kriegen schickt seine Samstag früh ab. Er hat bei der Post nachgefragt, wann er sie abschicken muß, damit sie Montag da ist - aber nicht viel zu früh. Wäre sie heute da würden sie sie zurückschicken. So soll verhindert werden, daß sie schon wochen vorher mit Anträgen von Wettbewerbsverzerrern überhäuft werden. Ich schätze ich werde Sonntag soweit sein, allles abzuschicken. Unerfreulicherweise stellen 95Euro Gebühr für mich nämlich ein erwähnenswertes Problem dar. Ich muß erstmal ne Runde Geld verdienen bevor's losgehen kann. Das klang jetzt als sei ich eine Prostituierte. Nein. Da würde ich besser bezahlt.
Bevor jetzt gleich der Winter einbricht (genau genommen nämlich "heute mittag") muß ich noch zwei biometrisch korrekte Passbilder von mir machen (lassen), meinen nigelnagelneuen Pass kopieren und Umschlage kaufen.
Ich weiß nicht, ob das alles je was wird. Allein das Geld, das ich für die Reise bräuchte erscheint mir schon unerreichbar. Aber wenn ich das Visum habe habe ich ein Ziel und einen Grund, denn es wäre schon blöd, es dann verfallen zu lassen.
So. Die Aufregung um diesen Antrag hat mich abgelenkt vom Kellner und von der Tatsache, daß er uns (mich!) dienstag in diesen Laden gelockt hat und dann nichtmal da war. Und ich mir sehr sehr törricht vorkam. Heute ist Freitag und feierlich erkläre ich, dieses Wochenende keinen Fuß in den Laden zu setzen.

Montag, 17. November 2008

DAS ORCHESTER SPIELT EINEN WALZER

Wie es scheint finden derzeit alle alle neue Männer. Oder auch endlich mal überhaupt welche. Da spukt mir doch das Schicksal mal wieder ein kleines bißchen ins Gesicht, huh?
Während ich da sitze und Zeit damit verschwenden einen Typen anzuschmachten und mich mindestens minimal zum Horst dabei zu machen begegnen die anderen richtigen Typen die sich für sie interessieren und auch noch taugen. Ich bin neidisch, wohl wissend, daß das nicht schön von mir ist.

Sonntag, 16. November 2008

"I've got a family and I drink cups of tea"

Nach einem weiteren Samstagabend in der Bar mit dem Barkeeper habe ich heute Nacht (oder eher heute morgen...) von ihm geträumt. Quintessenz meines Traums war, daß er sich tatsächlich für mich interessierte. Und Vater von nicht zwei, nicht drei, nein VIER Kindern war die irgendwo anders mit ihrer Mutter lebten. Das Älteste war neun. Oder zehn. Dieser Kindersegen kam während des Traums erst raus und kümmerte mich erstaunlich wenig. Mein Traum-Ich war weit mehr durch einen Auftritt von ihm in einem furchtbaren Hippiekostüm irritiert. Das alles ist mitnichten erfunden. Nur geträumt.
Was will mir mein Unterbewußtsein damit nun wieder sagen? Mein Verdacht ist ja, daß die Kinder ernste Probleme symbolisieren, die ich ja auch im wahren, im wachen Leben ständig ignoriere. Überinterpretation? Kann man Träume überinterpretieren? Sicherlich war nur ein geringern Teil des Kuddelmuddels sowas wie eine Wunschvorstellung...
Der Abend an sich ist übrigens prototypisch für vieles in meinem Leben gelaufen. Eigentlich mies (jetzt alles auf den Mann bezogen. Meine Freunde waren da, es war nett, sonst. Aber ich bin die 13jährige Besessenen, darum interessiert hier jetzt nur, wie der Abend im Hinblick auf unsere baldige Hochzeit verlaufen ist...). Also: eigentlich lief's eher mies. Zum Beispiel fühlte ich mich im ersten Moment nichtmal erkannt. Eher: die erste Stunde oder so. Irgendwann später dachte ich, daß es an der Zeit sei meine abendlichen 5 Minuten Lächerlichkeit zu bestreiten und ging zu ihm und entschuldigte mich quasi für mich am letzten Samstag. Dieses kurze Gespräch lief tatsächlich okay. Er versicherte glaubhaft, so schlimm sei es nicht gewesen, er sei schlimmeres von Menschen gewohnt, die ihm "egaler" seien. (Ja, ein Zitat. Und ja, mein Hirn ratterte sofort los, die Bedeutung dieser freundlichen Floskel zu erhaschen. Erfolglos, natürlich.) Abgesehen von diesem kleinen Dialog hatte er offensichtlich wenig das Bedürfnis, sich mit mir auseinander zu setzen. Was leicht gewesen wäre, denn den größten Teil des Abends saß ich Verzweifelte an der Bar. Kurz vor Schluß dann nochmal ein leises Aufflackern unberechtigter Hoffnungen, als er mich auf einen Planktonflyer ansprach, den ich vor mir liegen hatte. Ob ich dahinkäme? Ich solle Dienstag kommen, da helfe er da aus. Mir kam es vor, als sei mir dieses kurze Gespräch irgendwann in der Mitte entfleucht, als Anna irgendwas dazu sagte und auch eingeladen wurde und ich das Gefühl hatte, ich sei jetzt raus. Ich vermute aber, das war nur müde Paranoia.
So war das. Eigentlich nicht positiv, aber mit so unglaublich winzigen Hoffnungschimmern versehen die es mir jetzt unmöglich machen die Sache endlich komplett abzuhaken. Ich klammere mich an Strohhalme die diese Bezeichnung nichtmal verdienen.
Um jetzt mal den philosophischen Bogen zu meinem Leben zu schlagen: da ist es doch genauso. Irgendwie befinde ich mich buchstäblich in jenem schönen Zustand der gern so dramatisch mit "zu wenig zum leben, zu viel zum sterben" bezeichnet wird.

Mittwoch, 12. November 2008

Wolfgang Schäuble denkt, er könne uns alle beschützen. Aber wer beschützt uns endlich vor dem wildgewordenen Mann? Hat ihm mal jemand ein Exemplar der deutschen Verfassung zukommen lassen? Wieviele Pseudosicherheitsgesetze will er noch einbringen, die dann vom Verfassungsgericht gekippt und anschließend verändert werden bis es halbwegs passt? Warum liest er nicht vorher mal nach?

Dienstag, 11. November 2008

Folgendes...

...steh hinten in meinem (und sicherlich jedem anderen neuen) Pass:

Dieser Reisepass enthält sensibele Elektronik und sollte mit der gleichen Sorgfalt behandelt werden wie andere elektronische Geräte. Zur Erhaltung der Funktionalität insbesondere daher bitte nicht biegen, perforieren oder extremen Temperaturen oder extremer Feuchtigkeit aussetzen.

Hm. Das heißt also, daß mein an und für sich gültiger Pass "kaputt" gehen und regelrecht nicht mehr funktionieren könnte. Und es heißt auch, daß das Ding eigentlich denkbar ungeeignet ist für Abenteuerreisen, z.B. ab die Polkappen. Erscheint das besonders gut durchdacht? Auf's "perforieren" wird man wohl verzichten können, aber Hitze, Kälte und Feuchtigkeit begenet einem bisweilen in extremerem Ausmaß als angenehm ist. Nur so ein Gedanke...

Sonntag, 9. November 2008

"Steig auf den Berg aus Dreck weil oben frischer Wind weht"

Anna gehört sicher zu meinen Lieblingsmenschen. Ich bin mir nicht immer so sicher, ob - naja. Ob sie nicht vor lauter Nettigkeit und Liebenswürdigkeit die Dinge bisweilen etwas anders wahrnimmt oder zumindest doch darstellt als sie sind. Wir hatten nämlich gestern mal wieder eine Barkeeperbegegnung. Jaja, ich weiß, ich verfalle wieder einmal dem hysterischen Kleinmädchengetue. Verzeihnung, ich bin eben 13 wenn es meine emotionale Reife betrifft. Und erschreckenderweise befürchte ich ernsthaft, daß das noch schlimmer wird je länger ich es nicht gebacken bekomm. Nicht nur mit dem, mit überhaupt einem Typen. Irgedeinem. Ich degeneriere in Richtung Vorpubertät. Wirke ich verzweifelt? Vermutlich. Wie eine 13jährige Verzweifelte. Ist es da ein Wunder, daß mir selbst in Männerfragen Selbstsicherheit und ganz schlicht Durchblick fehlt? Ein Grund, warum ich mich überhaupt näher mit dem Herren an der Bar beschäftig(t)e war ja, daß Anna sagte sie glaube der fände mich gut. Ich habe da gewisse Zweifel. Ich glaube, der ist bloß nett, weil ich eine Kundin bin. Ich habe nicht den Eindruck, er verhält sich mir gegenüber anders als anderen Trinkerinnen. Ich glaube, sie würde es mir sehr gönnen und sieht es deshalb so. Sie hat eine ganz spezielle Art von liebreizender, gutmeinender Unerhlichkeit über die ich oftmals nicht undankbar bin. Aber in diesem Falle, wo ich drohe mich ein bißchen zu verrennen bringt es mich nicht weiter. In der Retrospektive kommt es mir vor, als stünden wir vor einer gelben Wand und sie behaupte hartnäckig sie sei doch ganz offensichtlich rot. Und weil ich rot besser finde bin ich ihrer Sicht nicht völlig abgeneigt. Super Bild, Madame...
Um ehrlich zu sein mache ich mir wenig Hoffnungen was das alles angeht. Nicht, daß es mir nicht gefallen würde wenn ich in diesem speziellen Fall Unrecht hätte. Aber ich bin mir doch ziemlich sicher, daß dem nicht so ist. Und daß er sich nur sein Trinkgeld verdient. Vielleicht ist er netter zu mir als zur anderen Anna, aber auffallend nett oder interessiert ist er nicht. Das ist der Schluß den ich heute ziehe, mit verkatertem Kopf und Hunger und mich elend fühlend. Was mal eine Maßnahme wäre: nicht soviel trinken. Mal wieder. Ich drehe mich ein wenig im Kreis...

Samstag, 8. November 2008

WUPPERTAL

Ich bin mit der Schwebebahn gefahren. Das war spaßig.

Mittwoch, 5. November 2008

Te toca a ti

Mamas Geburtstag ist übrigens auch. Ich bin dünnhäutig und weinerlich dazu. Ich fand mich heulend mitten auf dem Wochenmarkt wieder, angepiekst von der (bestenfalls nervigen) Tatsache, daß ich meinen Reisepass nicht bekommen habe weil ich meinen alten, den, den ich mit 14 bekam nicht habe entwerten lassen. Ohne ihn bekomme ich denneuen nicht ausgehändigt. Mama wüßte vermutlich wo er sein könnte... Wenn ich ihn nicht auftreibe - und davon ist auszugehen - muß ich den alten polizeilich "verloren" melden. Was für ein Aufwand. Und ich bin weniger denn je sicher, ob das überhaupt was werden kann mit mir und Kanada. Ich nahm diese Auskunft hin, beantragte noch ein polizeiliches Führungszeugnis (das ich dann vielleicht auch nicht brauchen werde...), verließ dieses Amt, trat auf die Straße - und heulte los. Am Tage der guten, der positiven Veränderung fühlte ich mich entsetzlich. Ich rief Birger auf der Arbeit an, machte mich ein bißchen zum Heinz und brauchte etliche Minuten, mich wieder einzukriegen.

Das ist angeblich ein historischer Tag,

auch wenn man dergelichen immer erst viel später sicher sagen kann. Die Amerikaner haben die Kurven gekriegt, den schwarzen, netten, jungen Mann gewählt und nicht den alten Veteranen mit seiner Höllenbrut im Vizepräsidentenschlepptau. Ich bin schon erleichtert. Vielleicht muß ich jetzt nicht mehr ständig zur Verteidigung vorpreschen wenn dumme sich selber aber extrem smart findende und mit Scheuklappen bewehrte Menschen meinen ihre unqualifizierte Meinung über ein Millionenvolk loswerden zu müssen. Anti-Amerikanismus wird eine Menge von dem Glanz verlieren, den er hier ungerechtfertigterweise zu haben scheint. Lustigerweise meldet sich heute Herr Medwedew in Moskau und spricht von Raketen die er aufstellen möchte. Können wir doch mal denen gegenüber Vorurteile haben? Und was ist mit 1 Mrd Chinesen?
Uhuh. Mach ich hier gerade eine neue Achse des Bösen auf?!

Dienstag, 4. November 2008

"Can't start a fire without a flame..."

Daß ich einen merkwürdigen Anfall von Bruse Springsteen-mania habe - liegt das wohl an der Wahl? Ich hab nicht nur schon ca 15x das Nebraska-Album gehört, nein, ich habe auch einen Ohrwurm von "Dancing in the Dark". Trotz des abartigen Saxophonteils am Ende...

Montag, 3. November 2008

the intense humming of evil

Ich würde gern wegziehen. Ans Meer oder in die Berge. Irgendwohin wo es Wetter gibt, das meinetwegen ein bißchen extremer ist. Wo es Schnee gibt im Winter und einen Frühling und einen Herbst. Wo kann das sein? Kanada? Vancouver? Um ehrlich zu sein weiß ich es nicht. Ich informiere mich nicht, ich will mir die weiße Projektionsfläche im Kopf behalten. Morgen: Führungszeugnis. Und Pass abholen. Spannend. Hab ich erwähnt, daß Yvonne mich nach Details gefragt hat? Ob sie mit könnte? Und wie? Yvonne ist einer meiner liebsten Menschen, nur weiß ich auch, daß sie wenig gebacken kriegt. Das relativ kurfristige entscheiden ist nicht ihres, eigentlich. Bin mal gespannt, ob sie es versucht.
Wie fände ich das, wenn? Ich mag sie gern. Aber ich weiß nicht, ob ich noch mehr Menschen die ich schon kenne dabei haben möchte. Birger und Constance reichen doch gegen totale Vereinsamung. Ich will eigentlich lieber alles und alle so ziemlich hinter mir lassen. Mich irgendwie frei machen. Will nicht, daß es da zuviel Menschen gibt, die schon ein Bild von mir haben. Wenn ich denn jemals hinkomme. Noch steht das ziemlich in den Sternen, Pass hin oder her...

Flughund-Versuch, der Erste (von sicher sehr, sehr vielen...)

An der Art, wie ich mit dem Chaos in meiner Küche (oder dem Gesamten, das man so schön Haushalt nennt) kann man einiges ablesen über die Art, wie ich mein Leben lebe. Fürchte ich.
Heute ist, wieder mal, ein Tag zum Backen. Also ein nicht so guter. Interessant, wie ich es fertig bringe etwas Neues zu machen ohne aufzuräumen oder abzuspülen. Ich halte mein Chaos konstant auf einem hohen Level. Einem sehr hohen Level. Ich mache sauber was ich brauche bevor ich es brauche. Ich rolle meinen Teig auf der sauberen Seite eines dreckigen Schneidebretts. Ich fange an ohne bisheriges auch nur halbwegs in Ordnung zu bringen. Wie in meiner Küche sieht es in meinem Kopf sieht es in meinem Leben aus.