Samstag, 31. Januar 2009

Friday Night Saturday Morning

Gestern spielten Nouvelle Vague ein Konzert im hiesigen pompösen Konzerthaus. Ausser den Menschen die ich überhaupt nicht kannte waren JohannaMarcKatiSwantjeKaiViteYvonneAndreaBirgerEvaBrittaTatjanaTimoTimmiTobiManu-MartinLeftyIndraKaiLilSonjaScarlettFrankyMagdalen sowie etliche Leute die ich zwar vom Sehen kenne, aber nicht mit Namen: Kinostammgäste, Menschen aus der Nachbarschaft oder die man immer wieder in Kneipen etc sieht. Mann könnte also wohl sagen dieses Konzert war der Gewinner bei der Wahl der freitäglichen Abendunterhaltung gestern. Glücklicherweise waren sie auch sehr gut, auch wenn sie mir in einem weniger steifen Rahmen vermutlich noch mehr Spaß gemacht hätten. Konzerte im sitzen sind irgendwie immer heikel. Die Distanz zwischen denen auf und jenen vor der Bühne vergrößert sich jedenfalls sofort kollossal. Die singenden Damen waren süß und furchteinflößen weil sich, zumindest teilweise, grenzwertig irre gebärdent. Musikalisch jedenfalls war es sehr sehr gut. Diese beiden Mädels singen gar nicht auf der einen Platte die ich habe, aufgefallen wäre mir das aber nicht. Ich hätte gern ein kurzes Paillettenkleid und den Mut es auch zu tragen. (Und die vom Winterspeck befreite Figur!)


Ich will ein neues Buch anfagen und kann mich nicht entscheiden zwischen Camus' "Die Pest"; Bernhard Schlink: "Der Vorleser" (weil ich es gelesen haben will bevor der Film kommt, nicht weil ich denke es sei ein so tolles buch, Bestseller hin oder her...); Chris Cleave: "Lieber Obama" (auch so'n Hypebuch, auch aus der Grabbelkiste...) und Nicole Krauss: "Kommt ein Mann ins Zimmer". Frau Krauss ist trotz ihres teutonischen Namens Amerikanerin, verliebt/verlobt/verheiratet mit Jonathan Safran Foer und selbst Autorin eines veritabelen Weltbestsellers dessen Titel mir grad nicht einfällt. Irgendwas mit Liebe, ich hab's nicht gelesen. Auf ihrem Buchrücken steht ein Lob von Susan Sontag. Von deren Lob lasse ich mich beeindrucken. Also? Was tun? Ich habe heute morgen im Bett von allen vieren ein paar Seiten gelesen aber so richtig weitergebracht hat es mich nicht. Er droht mir jetzt das Leseverwirrungsschicksal wenn ich einfach in allen weiterlese, keinem gerecht werde und anfange Charaktere zu verwechseln. Mehr als zwei Romane zur gleichen Zeit kann mein Verstand eigentlich nicht bewältigen. Vielleicht nehme ich doch erstmal die Pest, da kenne ich die Geschichte, weiß wie es ausgeht, wer alles stirbt etc. Und es ist kurz. Und man schindet mit Sicherheit am meisten Eindruck in der U-Bahn...

Freitag, 30. Januar 2009

Neue Aussichten...

Normalerweise arbeite ich ja abends im Kino, heute aber gab es vormittags eine Schulvorstellung. In 2 1/2 Stunden die ich da war kam dieser Herr ganze drei Mal vorbei, kaufte eine Flasche Beck's Bier am Kiosk nebenan, trank sie zügig aus, schüttete den ekeligen letzten Schluck in das Hochbeet, brachte die Flasche zurück zur Bude und ging nach links am Kino vorbei davon. Er muß quasi um den Block gelaufen sein, denn jedesmal tauchte er nur wenig später von rchts wieder auf. Matthias behauptet der sei jeden Tag da. Merkwürdiges Dasein, merkwürdig und ziemlich traurig. Überragende Klamottenwahl, allerdings, wenn das bemerkt sein darf ( - leider ist das auf dem Bild kaum zu erkennen: er trägt ein Sakko mit großen Karos das ihm fast bis zu den Knien reicht, ein geblümtes Hemd mit zuviel Einblick auf die Brustbehaarung und diesen Hut! Der Hut! Woher bekommt man denn bloß sowas?!)

Mittwoch, 28. Januar 2009

"Baby baby, what's your name?"

Es gibt hier eine Sprachschule in der Englischkurse für Kinder ab 3 Monaten angeboten werden. Die drei Monate beziehen sich mitnichten auf die Länge des Kurses. Sie beziehen sich auf das Alter der sicher sehr wissbegierigen Eleven. Darüber mache sich einjeder selbst so seine Gedanken, bitte.

Dienstag, 27. Januar 2009

Selbstbewußtsein galore.

It's oh so quiet

Während ich hier hocke und mich bemühe mir etwas nicht vollkommen Sinnfreies zum Thema Nest/Nesthocker/Nestflüchter auszudenken (und dabei, nebenbei bemerkt, irgendwie an die Grenzen meiner Phantasie zu stoßen scheine) stelle ich fest, daß mir ein gutes Radiprogramm fehlt. Wie gern würde ich Radio hören! Aber die einzige Möglichkeit, die mir in diesen Breitengeraden erträglich erscheint ist WDR5. Da lernt man viel, und das kann ja sehr schön sein. Es gibt aber quasi keine Musik (was besser ist als miese Musik, schon klar) und was ich gern hätte wäre beides: ein bißchen Gerede und gute Musik. Ich würde gern neue Sachen nicht nur durch hochnäsige Zeitschriften kenne lernen, ich hätte gern ein ebensolches Radioprogramm. Wie viel direkter ist es, die Musik nicht nur erklärt zu bekommen, nicht nur gesagt zu kriegen was cool sein soll und warum. Sondern eben gleich ein möglichst schlagendes Beispiel vorgesetzt zu bekommen. Nun ist mir natürlich auch klar, daß es so etwas in der Art vermutlich irgendwo in den Weiten des Internets zu finden gibt. Aber mal im Ernst: das ist nicht das Gleiche! So wie das hier kein Buch, keine Zeitung, nichtmal die ambitionslose Kolumne einer Frauenzeitschrift ersetzen könnte ersetzt ein Stream nicht den Spaß den es mir macht mein Radio anzustellen, mitten im Song, stündlich Nachrichten zu bekommen. Und (nicht zu oft) ein mieser regionaler Werbespot.
Aber vor allem geht es mir um die Musik. Ich habe viele viele CDs. Und Schallplatten. Und mittlerweile auch mp3s. Aber sie sind mir über, und der Shufflemode ist nur eine Pseudoüberraschung. Ich bin unzufrieden. Und ich weiß nicht, ob es tatsächlich am fehlenden Radio liegt, oder an meiner momentanen Unfähigkeit etwas zu schreiben was ich soll und will und nicht nur dieses blödsinnige Gefasel hier. Also mache ich schluß, konzentrier mich und gebe acht nicht aus dem Kreativnest zu fallen...

Sonntag, 25. Januar 2009

...the elements of disbelief are very strong in the morning!

Ich schlafe schlecht. Jeden Abend lasse ich mich von einer Hörbuchfassung von Camus' "Die Pest" einlullen - mit mäßigem Erfolg. Ich schlafe ein, ja, aber ich schlafe unruhig, träume abstrus und wache spät und unausgeruht auf. Ich erinnere mich an meine Mutter und ihre Schlafticks. Die hat sie aberst viel später im Leben entwickelt. Was soll das also, was ist das? Trauer? Loyalität? Was immer, es nervt mich. Ich will schlafen. Aber so richtig.

Samstag, 24. Januar 2009

Well, at least we're together and not with some other dysfuctional codependent enablers.

Heute ist übrigens der erste Todestag meiner Tante Wilma. Mit ihrem plötzlichen Tod begann mein kleines Schreckensjahr 2008. Und irgendwie ist die Trauer um sie, die jahrelang eigentlich die Omarolle in unserer Familie einahm, ziemlich untergegangen in dem was kurz danach passierte. Mamas Krankheit, die Therapie - Dinge, die viel Energie brauchten und den Gedanken an sie einfach in den Hintergrund treten ließen - schlicht weil da ja nichts mehr zu tun war. Das tut mir leid. Jedenfalls sitze ich heute hier und denke an sie und nochmal über alles nach, was passiert ist. Ein ganzes Jahr ist vergangen! Ich kann das kaum glauben.
Ich glaube nicht an einen "besseren Ort". Nicht an den Himmel, definitiv nicht an die Hölle. Ich glaube daran, daß der Tod tatsächlich das Ende einer Existenz ist, nicht nur der physischen, auch der psychischen. Menschen leben nur fort in Erinnerungen. Ich finde das aber auch nicht traurig. Ich kann mir nichts anderes vorstellen, keinen Garten Eden, keine Wattewolke. Es erscheint mir logisch und normal, daß zum Beispiel meine Mutter nicht von einem solchen Punkt zu mir "hinunter" (warum denkt man gemeinhin, daß der Platz für Verstorbene irgendwo oben ist?) schaut und mir beim werkeln zuguckt. Im Gegenteil. Genau diese Vorstellung ist doch irgendwie traurig, oder? In irgendeiner anderen Realität zu hocken und dein bisheriges Leben wie im Fernsehen anschauen und nicht mehr teilhaben können. Ich ziehe ein klares Ende vor. Natürlich weiß ich nicht mehr als Du. Aber ernsthaft. Was sollte schon sein?

"The Debt Collectors"

Ich habe "Zeiten des Aufruhrs" geguckt und sehr gut gefunden. Irgendwie beklemmend. Es geht um die Krise einer jungen Ehe im Amerika der 1950er Jahre, Leonardo DiCaprio und Kate Winslet spielen die Hauptrollen, Frau Winslet bekam den Golden Globe dafür. Durchaus zu Recht. Wollte man eine Überschrift für den Film finden, es wäre wohl: Beim Versuch gescheitert. Kollossal gescheitert in Beziehung und Leben. Keine offensichtlichen Fehler, nichts wo man sagen möchte: das könnte mir nicht passieren. De facto passiert überhaupt nichts, nichts Greifbares. Das Drama findet in ihren Köpfen statt, in Gedanken die sie nicht abstellen können, die um enttäuschte Erwartungen kreisen und eine abweichende Selbstwahrnehmung. Und die Furcht, daß das schon alles gewesen sein könnte, diese "Nichts" - so nachvollziehbar! Man kann ihn verstehen und ihr Tun nachvollziehen. Man erkennt diese Falle so vollkommen. Und es ist völlig klar, daß sie doch nicht herausfinden. Man will gar nicht glauben, daß sie schuldlos in dieses Schlammassel geraten sind, aber was will man ihnen vorwerfen? Es scheint als seien sie nur für Sekunden unachtsam gewesen und schon ist ihnen ihr Leben so total entglitten. Oder eigentlich ist es ihr Glück, ihr Traum an dem sie nicht festhalten konnten. Ein normal "funktionierendes" Leben kann einen zutiefst unglücklich sein lassen und niemand soll behaupten, das sei eine überspannte Spinnerei so zu empfinden.
Ich glaube der Film, 1955 spielend, funktioniert auch heute so gut, weil seine Protagonisten an ihrem eigenen Anspruch scheitern ein aufregendes, "besonderes" Leben zu führen. Das ist ja eine extrem relevante Thematik. In unserer Gesellschaft werden Erwartungen und Wünsche geweckt die man sich oft nicht erfüllen kann. Dazu kommt noch der Druck von außen, denn heute gilt man, zumindest in bestimmten Umfeldern, ja schnell als spießig - und das gilt als das ultimative Schimpfwort! - wenn man die ganz normale Familienlebensform wählt mit Heirat, Kindern und ohne exaltierten Auslandsjob. Vielleicht übertreibe ich. Aber ich glaube tatsächlich, daß all die Möglichkeiten die einem zumindest theoretisch offen stehen einem es bisweilen schwer machen, sich zu entscheiden und zufrieden zu werden. Natürlich sind das Luxusprobleme, aber das Wissen darum läßt einen gleich nochmal bedrückter sein... Das Leben in einer Wohlstandsgesellschaft scheint eine Menge dummer Neurosen mit sich zu bringen...

Mittwoch, 21. Januar 2009

He wanted some syrup, too...

Muß ich über Obama schreiben, die Inauguration (es sei nur kurz erwähnt, daß ich weiß, wie sich das schreibt...), die weltweite hysterische Hoffnung? Müssen das nicht alle Blogger? Bin ich ein Blogger?
Ich will eigentlich nicht soviel dazu sagen, außer vielleicht, daß ich hoffe, daß er es schafft die Menschen nicht zu sehr zu enttäuschen. Denn er wird sie enttäuschen, das liegt in der Natur der Sache. Derart gigantomanische Erwartungen lassen sich nicht erfüllen, nicht mal von einem unfaßbar fähigen Menschen. Und ob er das ist kann man ja noch nichtmal sagen. Bin ich zu vorsichtig und pessimistisch? Vielleicht vielleicht. Darum halte ich jetzt auch die Klappe um kein fieser Spielverderber zu sein. Und ich gebe sofort zu, daß es beeindruckend ist wenn jemand die Menschen so berühren kann. Ich will ja auch, daß alles gut wird. Und, du liebe Güte, die Chancen daß er es besser macht als George W. stehen wohl geradezu brilliant...

Montag, 19. Januar 2009

Ich verdiene Haue...

Die mir so eigene Konfliktunfähigkeit beißt mir bisweilen in den Hintern! Ich war heute mal wieder beim Kurzfilmabend und das letzte Mal da war ich offensichtlich am Abend vor meinem Geburtstag. Wir gingen dann noch ins Spirit, und mein Freund Holga der das alles veranstaltete nahm einen jungen Mann aus Köln mit, den er über diese Filmsache gerade erst kennengelernt hatte. Im Laufe des Abends stellte sich heraus, daß der mich besser fand als ich ihn. Quasi zeitgleich meinten alle meine "Freunde" mr einen Gefallen tun zu wollen indem sie sich verabschiedeten und mit dem Typen zurück ließen. Ein besseres Beispiel für die alte aber sehr richtige Wahrheit daß "gut gemeint" sehr häufig das Gegenteil von "gut" ist fällt mir kaum ein! Ich füllte mich trotz des ganzen Bieres das ich schon getrunken hatte sehr sehr unwohl. Und dann verhielt ich mich fürchterlich und verschwand einfach. Kam quasi nicht vom Klo zurück. Ich bin ein schlechter Mensch! (Und genau das schrieb ich übrigens am nächsten Morgen auch hier...) Na gut, es war mein Geburtstag und ich wollte nichts von ihm und mich nicht mies fühlen. Das tat ich nicht nur später zur genüge, das tat ich vor allem auch heute als er wieder da war. Und meine dämliche Lösung für diese fiese Sizuation war schiere, klassische Ignoranz. Ich tat so als kenne ich ihn nicht... Großartige zwischenmenschliche Leistung!

Sonntag, 18. Januar 2009

(Ich habe sie satt, die Salinger-Zitate-Überschriften!!)

Ich war dieses Wochenende zwei mal in der Bar. Die Bar, jaja. Die Bar und ihr Barmann, der von zwei Abenden nur einen anwesend war, da nur als Gast und zwar als einer, der nicht unbedingt mit mir hat sprechen wollen. Je nun. Was soll ich sagen? Es nervt mich immer wenn Leute so wenig konstant in ihrem Verhalten sind. Gut, beim letzten Mal war ich sicherlich einigermaßen anstrengend. Aber es ist grundsätzlich immer so, daß er mir sehr unterschiedliche Signale sendet. Glaube ich. Zumindest. Du liebe Güte, es ist geradezu lächerlich was für eine seltsame Eigendynamik diese Sache bekommen hat! Ohne die gutgemeinten Kommentare meiner lieben Freunde würde ich mir vermutlich nicht für fünf Pfennig Gedanken um ihn machen. Ich hätte irgendwann gedacht: netter Typ, aber ich hätte nicht angefangen jede Geste und jedes Wort zu analysieren. Es ist Annas süße Stimme in meinem Ohr, "der mag dich doch!" flüsternd die mir diesen ganzen Ärger eingebracht hat. Und es ist so, daß ich mich mittlerweile doppelt ärgere, nicht zuletzt über mich, darüber, daß ich mich über sein bisweilen abweisendes Verhalten ärgere. Ärger, Ärger. Das ist alles so überflüssig. Ich sollte mich fern halten, hab ich das schon mal gesagt? Ich sollte mich an eine Bannmeile rund um den Laden halten. Denn (und das ist eine weitere lachhafte Tatsache) ich hab ihn ja noch nie irgendwo anders gesehen, getroffen erlebt! Gott, ich bin erbärmlich mir derart viel Gedanken um einen mittel attraktiven, maximal mittel netten Quasi-Fremden zu machen! Das ist doch reine Projektion. Lustig: wenn man nur allen davon erzählt machen automatisch alle irgendwelche Zeichen aus! Gestern war eine andere Freundin da, ich zeigt ihn ihr, sagte er rede nicht wirklich mit mir und sie meint aber sofort zu sehen, daß er mich aber schon "so anguckt". Ich sollte ihn zum Un-Thema erklären. Sein und mein Verhalten und meine Wahrnehmung dieses' geben mir allein schon Stoff für ewigen Gedankenketten und Grübeleien und Kopfquatsch, das muß nicht noch von außen befeuert werden.
Auf dem Weg nach Hause habe ich mir gestern böseste Lebensgeschichten für ihn ausgemalt. Er kam äußerst schlecht weg dabei. So bin ich. Ich übe Kopfrache für schlechtes Kopfkino... Wenn das mal kein Weg zu einem ausgeglichenen, erfolgreichen Leben ist...

Montag, 12. Januar 2009

Hallo Johanna...

...herzlich willkommen!

Sonntag, 11. Januar 2009

"Nasty places behind shelved books"

Auf einem Wohltätigkeitsbasar kaufte ich for .-15 eine gebrauchte Ausgabe von Vonneguts Slaughterhouse-Five. Gestern habe ich angefange darin zu lesen und woran ich vor allem Spaß hatte (ohne den Wert dieses tollen Buches schmälern zu wollen, natürlich...) waren die Anmerkungen und Notizen und Unterstreichungen der Vorbesitzerin, eines Mädels namens Stephanie. Ich gehe mal davon aus, daß sie das im Unterricht gelesen hat, ich hoffe in der Schule nicht Uni. Und ich vermute weiter, daß sie es nicht bis zum Ende geschafft hat, ihre letzten Kritzeleien finden sich ca auf Seite 144 - das letzte Drittel ist jungfräulich rein von ihren Gedanken. Na gut, es scheinen mir eh nicht unbedingt ihre Gedanken zu sein die ich da lese, eher scheint es, als habe sie eifrig einfach alles aufgeschrieben, was im Unterricht überhaupt gesagt wurde, unfähig zwischen nützlichen und überflüssigen Informationen zu unterscheiden. Stephanie scheint mir nicht die Verständigste gewesen zu sein. Unterhaltsam ist sie trotzdem. Bei jeder unterstrichennen Zeile und bei jeder Anmerkung überlege ich jezt, ob ich das auch so sehen, so interpretieren würde. Wir sind nicht so sehr einer Meinung, aber es ist ein bißchen wie damals in der Schule. Man beschäftigt sich mit anderen Sichtweisen, auch wenn man sie nicht teilt.
Ich habe einem Freund von mir meine Aussgabe von Susan Sontags "Gegen Interpretation" überlassen als er neulich nach Mexiko ging. Ich habe so ein Bild vor mir wie er am Strand sitzt und über die Gedanken lacht, die ich mir mit ca 20 über "Camp" gemacht habe. Das ist einerseits potentiell peinlich, kann aber auch ganz nett sein. Vielleicht denkt er mal an mich und rafft sich auf zu mailen oder zu schreiben. Vielleicht, um mir zu sagen, was für einen Unsinn ich da gedacht und geschrieben habe...
Also.
Lese: Slaughterhouse-Five
Höre: Pinkerton von Weezer. Das Konzeptalbum zum Thema japanische Teenagermädchen. Drauf gekommen, weil Tegan und Sara "Tired of sex" covern und mich irgendwer darauf hingewiesen hat bei You Tube. Vernetzte kleine Welt. Nichtsdestotrotz (das ist sicher nicht nur ein Wort..) ist das ein super Album und ich bin froh, es wieder rausgeholt zu haben. Egal ob Rivers Cuomo ein Arsch ist, tolle Lieder schreibt er. Schrieb er, eher. Aber ich fange an zu blubbern, also höre ich auf. Geh mal Papa besuchen. Au revoir mes amis...

Sonntag, 4. Januar 2009

I never saw such a bunch of apple-eaters

Schnee macht alles leise und alles schön. Zumindest nachts, denn wenn morgen früh erst Millionen Autos und Fußgänger dadurch stapfen wird es vermutlich schon wieder vorbei sein mit der Pracht. Dann wird aus Fluff Matsch der eine einzige, große Behinderung ist. Es sei denn, man geht in den Park. Was ich vielleicht tun werde...

Samstag, 3. Januar 2009

"This whole goddam house stinks of ghosts!"

Gerade habe ich mich erstmals ernsthaft mit Flügen nach Vancouver beschäftigt. Und gestaunt. Da gibt es zwischen 2.600,- und 249,- alles. Beziehungsweise nicht so viel. Entweder sehr billig (so bis 500,-) oder reichlich teuer (ab 1200,-). Und dazwischen herrscht gähnende Leere. Verstehen muß ich das wohl nicht, aber solange es preiswerte möglichkeiten gibt will ich nicht meckern. Soo billig, daß ich fast gleich buchen könnte! Verwirrend und großartig. Condor scheint mir die Fluggesellschaft der Wahl zu sein...
Ich wollte ja nicht mehr so ausschließlich introspektiv sein, hier. Obwohl das bei einem persönlichen Blog vielleicht auch albern ist. Was also beschäftigt mich sonst, außer MIR? Salingers 90. Geburtsatg vorgestern. Ich hab meine Bücher vor geholt. In nichts habe ich soviel Anmerkungen geschrieben, keine Bücher sind so zerlesen. Ich war nie soo begeistert vom Catcher, aber ich mag seine Short Stories sehr. Als ich all diese Artikel zu seinem Geburtstag las kam immer wieder diese merkwürdige Theorie auf, Salinger und Thomas Pynchon sei ein und dieselbe Person. Wie kommt man da nur drauf? Kaum vom Stil. Bloß weil beide die Öffentlichkeit meiden (was in Salingers Fall milde untertrieben ist. Ich las von seinem Geburtstag und dachte sofort "wenn er denn noch am Leben ist!"). Kurioserweise gibt es bestimmt haufenweise Menschen, Verleger etc, die darauf warten, daß der endlich wirklich stirbt, sie sein Haus durchsuchen und viel Geld mit etwaigen Manuskripten machen können. Irgendwie wünscht man ihm, daß er es vorher schaftt alles zu vernichten. Oder die Veröffentlichung per Verbot zu verhindern. Falls er nicht doch, heimlich, auf einen posthumen Klecks Ruhm hofft. Aber das sind alles sehr sehr makabere Gedanken hier, und irgendwie bin ich längst von meinem eigentlichen Gedanken abgekommen. Wo war ich?
Ach, Pynchon. Der wurde produktiv als sich Salinger zurückzog. Nun denn.
Herrn Salinger zu Ehren jedenfalls werde ich diesen Monat alle Posts (all die Tausende..!) mit einem Satz von ihm überschreiben. Das ist leicht, seine Sachen sind Fundgruben für fabelhafte Sätze. Also falls ihr es noch nicht getan habt: lest J. D. Salinger! Vor allem "Nine Stories". Besser wäre gewesen ihr hättet das mit 19 gelesen, aber besser spät als garnicht. Los.